Das stumme Vermächtnis

Ein verwelkter Baum in einer kargen Landschaft mit einer Person.
Das stumme Vermächtnis

Alina Meico

20. März 2026

still, ehrfuerchtig, nachdenklich — Stilles Erbe, was bleibt wenn niemand mehr erzaehlt

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still, ehrfuerchtig, nachdenklich — Stilles Erbe, was bleibt wenn niemand mehr erzaehlt

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Der Schotter liegt schwer auf dem eisigen Stein Es darf hier kein Platz für ein Aufbäumen sein Wir rollen das Vlies wie ein Leichentuch aus Und treiben den Atem der Erde heraus Die Giftspritze regelt was heimlich noch sprießt Damit unser Auge die Ordnung genießt Ein paar Dörfer weiter steht schweigend der Traktor Der Bauer zerbricht an dem tödlichen Faktor Das Gesetz zwingt das Gift tief hinein in das Feld Für billige Ernte und billiges Geld Die Höfe sie sterben ganz leise und stumm Man sieht nur die Schlinge und weiß auch warum Die Kisten im Supermarkt strahlen so schön Wir haben gelernt über Leichen zu geh'n Wir haben alles ausgemessen und geplant Wir haben jede raue Kante sanft ermahnt Es ist so ruhig und alles glänzt so rein So muss die Zukunft für uns alle sein Wie wunderschön wir unsre Welt gebaut Kein wildes Blatt das sich nach vorne traut Wir haben die Erde in Rahmen gepresst Ein sauberes Heim das uns ruhig schlafen lässt Wir drehen uns stolz in der perfekten Zeit Und machen uns blind für die Wirklichkeit Alles glänzt und alles rein Es könnte nicht perfekter sein Die Fassade strahlt im kalten Licht Doch was darunter stirbt sieht man nicht Das Essen reist täglich quer über das Meer Der eigene Acker verliert seinen Wert Er kippt seine Ernte stumm in den Dreck Der fremde Profit nimmt den Sinn einfach weg Wir kaufen die Lügen in glänzender Form Und opfern die Wahrheit der tödlichen Norm Wer weiß heute noch wie das Leben entsteht Wie Licht in die Blätter und Wurzeln übergeht Die Lehre vom Kreislauf ist längst schon verblasst Wir haben das Wunder der Schöpfung verpasst Wir packen die Welt in Plastik schön ein Und reden uns ein es wird alles gut sein Die Mahner und Denker sie rufen ins Leere Wir sitzen im Trocknen und meiden die Schwere Die Rechnung sie wartet geduldig im Raum Wir klammern uns fest an den sterbenden Traum Schau auf die Welt die wir atmen und spür'n Wir haben verlernt sie behutsam zu führ'n Ein goldener Käfig ein sterbender Raum Wir rauben den Boden und fällen den Baum Wir feiern uns selbst in der glänzenden Zeit Und opfern die Welt für Bequemlichkeit Alles taub und alles stumm Und wir wissen auch warum Der Preis für diese Bequemlichkeit Ist das Ende unsrer eignen Zeit Die Herren im Anzug sie nicken ganz stumm Und biegen die Zahlen für Wahlen stur krumm Sie ignorieren das Wissen für schnelle Gewinne Und rauben uns allen die klaren Sinne Die mächtigen Räder sie fressen den Wind Und schlagen die Vögel die ahnungslos sind Die Scheiben am Auto sind glatt und so rein Es schlägt dort schon lange kein Käfer mehr ein Und wenn dann die letzte Biene verfliegt Weil die nackte Gier unsre Erde besiegt Dann bricht das System ohne Warnung entzwei Und unsere Zeit ist für immer vorbei Schau auf die Welt die wir atmen und spür'n Wir haben verlernt sie behutsam zu führ'n Ein goldener Käfig ein sterbender Raum Wir rauben den Boden und fällen den Baum Wir feiern uns selbst in der glänzenden Zeit Und opfern die Welt für Bequemlichkeit Der Himmel wird stumm Die Erde wird grau Wir wussten es alle Wir wussten's genau Wir haben den Krieg gegen uns selbst inszeniert Und haben am Ende stillschweigend applaudiert
Musik Patrick Bednarz
Songtext Patrick Bednarz
Künstler Alina Meico

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