Aktualisiert im Oktober 2026. Die erste Fassung erschien im November 2024. Seitdem gab es Klagen, Vergleiche und Übernahmen. Wir haben jedes Werkzeug neu geprüft, einige rausgenommen und andere neu aufgenommen.
Sie schneiden ein Reisevideo. Vierzig Sekunden, Sonnenuntergang am Tetraeder, und es fehlt nur noch Musik. Eine, die zur Stimmung passt und für die Sie später keinen Urheberrechtsanspruch auf YouTube bekommen.
Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe KI-Werkzeuge. Manche schreiben Ihnen einen kompletten Song mit Gesang, andere liefern Hintergrundmusik in genau der Länge, die Sie brauchen. Und dann gibt es noch Helfer für Leute, die selbst Musik machen: Spuren trennen, mastern, Noten aus einer Aufnahme ziehen.
Bevor es losgeht, eine ehrliche Warnung. Die Frage „Darf ich das benutzen?“ ist 2026 mindestens so wichtig wie die Frage „Klingt das gut?“. Dazu weiter unten mehr.




Songs mit Gesang aus einer Textzeile
Suno
Suno läuft seit September 2026 mit der Modellreihe v6. Sie beschreiben Stil und Thema, geben eigenen Text ein oder lassen die KI dichten, und heraus kommt ein fertiger Song.
Wichtig für Video-Creator: Seit dem 3. September 2026 gibt es feste Download-Grenzen. Im kostenlosen Zugang können Sie Songs erzeugen, laut Preisseite aber nicht herunterladen, und kommerziell nutzen dürfen Sie sie nicht. Pro erlaubt 20 Downloads im Monat, Premier 60. Kommerziell nutzbar sind nur Songs, die Sie in einer bezahlten Stufe offiziell heruntergeladen haben; diese Rechte bleiben auch nach einer Kündigung. Remixe sind laut den Nutzungsbedingungen von der kommerziellen Nutzung ausgeschlossen. Suno garantiert ausdrücklich nicht, dass an Ihrem Song ein Urheberrecht entsteht, und Rechteinhaber können laut Suno Einnahmen auf anderen Plattformen beanspruchen.
ElevenLabs Music
Der Musikgenerator von ElevenLabs macht komplette Songs mit Gesang und Text, auch aus einer eigenen Sprachaufnahme oder einem Loop. Laut Anbieter ist das Modell zusammen mit Künstlern, Labels und Verlagen entstanden.
Die Lizenz ist nach Stufen gestaffelt, und hier lohnt genaues Lesen. Free ist nur privat. Starter erlaubt laut Preistabelle kommerzielle Nutzung, aber ohne Streaming. Creator und Pro erlauben kommerzielle Nutzung mit dem Zusatz „not enterprise“. In den häufigen Fragen nimmt ElevenLabs bei den selbst gebuchten Abos außerdem Film, Fernsehen und „Studio Games“ aus. Preistabelle und Hilfe passen beim Thema Streaming nicht ganz zusammen: Die Tabelle nimmt bei Starter das Streaming aus, die Hilfe erlaubt bei den selbst gebuchten Abos Nutzung online und offline. Wer Videos monetarisiert, nimmt sicherheitshalber mindestens Creator oder fragt beim Anbieter nach.
Gemini und Google Flow Music
Google ist 2026 mittendrin. In der Gemini-App erzeugt das Modell Lyria 3.5 Songs bis drei Minuten, ab 18 Jahren. Jeder Titel trägt ein digitales Wasserzeichen von Google (SynthID).
Dazu kommt Flow Music. Das ist der frühere Dienst Riffusion, der 2025 zu ProducerAI wurde und den Google Anfang 2026 übernommen hat. Wer riffusion.com aufruft, landet heute dort. Flow Music hat eine kostenlose Stufe mit täglichen Credits.
Der Haken: Eine offizielle Aussage von Google zur kommerziellen Nutzung haben wir weder für Gemini noch für Flow Music gefunden. Zum Ausprobieren und für private Ideen gut, für monetarisierte Videos erst, wenn die Erlaubnis für Ihre Stufe klar bestätigt ist.
Treblo
Treblo hieß bis Juni 2026 Sonauto. Songs mit Gesang in vielen Sprachen, kostenlos und laut Anbieter ohne Mengengrenze. Laut den Nutzungsbedingungen vom September 2026 gehören Ihnen die Ergebnisse, und Sie dürfen sie auch aus der Gratisstufe kommerziell nutzen. Das ist selten. Die Kehrseite steht gleich daneben: Treblo darf Ihre Songs und Eingaben zum Training verwenden. Woher die Trainingsdaten selbst stammen, konnten wir nicht herausfinden.
Udio
Udio stand schon in der bisherigen Liste. Heute können Sie dort nur noch innerhalb der Plattform arbeiten. Nach dem Vergleich mit Universal Music Ende Oktober 2025 hat Udio alle Downloads abgeschaltet: Erzeugen und Anhören geht, Exportieren nicht. Für ein Video ist das unbrauchbar. Angekündigt ist eine lizenzierte Neuauflage; einen Start konnten wir bis Redaktionsschluss nicht bestätigen.
Hintergrundmusik für Videos, Podcasts und Präsentationen
Hier geht es selten um den Ohrwurm. Sie wollen Musik, die trägt und nicht stört, in der richtigen Länge.
Ein Wort zu Content ID, dem Erkennungssystem von YouTube. Soundraw, Mubert und Loudly verbieten ausdrücklich, ihre Musik dort als eigene anzumelden. Das betrifft Sie nur, wenn Sie genau das vorhaben. Etwas anderes ist ein Urheberrechtsanspruch gegen Ihr Video: Der kann auch bei erlaubter Nutzung mal fälschlich auftauchen. Dann hilft Ihnen Ihr Lizenznachweis. Bei Mubert liegt jedem Download ein Lizenzzertifikat bei, Beatoven nennt dafür die Track-Kennung aus der Lizenz.
Soundraw
Sie wählen Stimmung, Genre und Länge und bekommen Instrumentalmusik, die Sie danach noch umbauen können. Eine Gratisstufe mit Downloads gibt es nicht. Dafür erlauben alle bezahlten Stufen laut Lizenz die kommerzielle Nutzung, ausdrücklich auch auf YouTube und in sozialen Netzwerken.
Beatoven.ai
Beatoven ist auf Hintergrundmusik und Soundeffekte für Videos und Podcasts spezialisiert. Das Modell trägt laut Anbieter das Siegel „Fairly Trained“, also Trainingsdaten mit Zustimmung der Rechteinhaber. Jeder heruntergeladene Titel bekommt eine unbefristete, nicht exklusive Nutzungslizenz mit eigener Kennung, mit der sich ein Anspruch auf YouTube klären lässt. Der Titel selbst bleibt Eigentum von Beatoven, und auf Spotify und Co. veröffentlichen dürfen Sie ihn nicht.
Ecrett Music
Ecrett gehört zum selben Haus wie Soundraw und arbeitet nach Szene, Stimmung und Genre. Was Sie kostenlos herunterladen, ist nur eine Vorschau: laut Nutzungsbedingungen weder zum Veröffentlichen noch für kommerzielle Projekte, also auch nicht für ein einfaches YouTube-Video. Die Stufen Individual (für Einzelpersonen) und Business (für Firmen) erlauben kommerzielle Projekte und die Monetarisierung auf YouTube.
Mubert
Kostenlos bekommen Sie bei Mubert ein paar Downloads im Monat. Aufpassen: Die Einsteigerstufe Creator ist laut Anbieter nicht kommerziell. Für monetarisierte Videos brauchen Sie mindestens Pro.
Loudly
Loudly kommt aus Berlin und hat im März 2026 ein eigenes Modell vorgestellt. Kostenlos ist die Nutzung nur nicht kommerziell und für einen einzigen Social-Media-Kanal; kommerzielle Lizenzen gibt es nur im Abo. YouTube und soziale Netzwerke sind erlaubt für Projekte, die Sie während der Laufzeit veröffentlichen. Werbung geht erst in der Pro-Stufe und dort nur bis zu einer Grenze von 100.000 Dollar im Jahr. Auch Kundenprojekte brauchen Pro, und die Kanäle Ihrer Kunden müssen Sie bei Loudly anmelden.
Stable Audio
Stable Audio von Stability AI erzeugt Instrumentals, Loops und Soundeffekte aus Text. Seit Mai 2026 gibt es Version 3.0, nach Herstellerangabe vollständig mit lizenzierten Daten trainiert. Laut Preisseite ist die Gratisstufe nur für private, nicht kommerzielle Nutzung. Die kommerzielle Lizenz gibt es ab der kleinsten bezahlten Stufe Solo.
AIVA
AIVA aus Luxemburg komponiert nach Stil oder Vorlage und liefert MP3 und MIDI, in der Pro-Stufe auch WAV. Die Lizenz ist klar in drei Stufen geregelt. Free ohne Monetarisierung und mit Namensnennung. Standard mit eingeschränkter Monetarisierung auf YouTube, Twitch, TikTok und Instagram. Erst in Pro liegt das Urheberrecht laut AIVA bei Ihnen. Diese Bedingungen gelten für Privatleute und kleine Firmen (weniger als drei Mitarbeiter oder weniger als 300.000 Dollar Umsatz), größere brauchen einen eigenen Vertrag.
Werkzeuge für Leute, die selbst Musik machen
Nicht jede KI will Ihnen den Song abnehmen. Manche helfen einfach beim Handwerk.
Spuren trennen: Moises zerlegt einen Song in viele Einzelspuren und erkennt Akkorde und Tempo. LALAL.AI trennt im Browser unter anderem Gesang, Schlagzeug, Bass und Gitarre. Zum Üben nehmen Sie einfach die Gitarre raus und spielen selbst. Die Starter-Stufe bei LALAL.AI ist dauerhaft kostenlos, mit 10 Minuten Kontingent und langsamer Warteschlange. Beides ist für eigenes oder lizenziertes Material gedacht.
Noten aus Aufnahmen: Basic Pitch von Spotify wandelt eine Aufnahme in MIDI um, kostenlos im Browser und als offener Quellcode.
Mastering: LANDR mastert Ihren fertigen Track im Browser. Die Vorschau ist kostenlos und unbegrenzt. Für einen einzelnen Master zahlen Sie einmalig, wer regelmäßig veröffentlicht, nimmt ein Abo.
Darf ich das überhaupt benutzen?
Kurz: Es hängt vom Werkzeug und von Ihrer Stufe ab. Und rechtlich ist gerade viel in Bewegung.
In den USA haben die großen Plattenfirmen gegen Suno und Udio geklagt, gegen Suno im Juni 2024. Einige haben sich inzwischen geeinigt: Universal Music mit Udio im Oktober 2025, Warner mit Udio und mit Suno im November 2025. Nach Presseberichten laufen die Verfahren von Sony und Universal gegen Suno weiter, Sony hat außerdem im Juli 2026 erneut gegen Udio geklagt.
In Deutschland hat die GEMA vor dem Landgericht München I zwei Verfahren geführt. Gegen OpenAI ging es um Liedtexte; nach Presseberichten bekam die GEMA im November 2025 überwiegend Recht, und OpenAI ist laut GEMA in Berufung gegangen. Am 31. Juli 2026 gegen Suno: Laut GEMA sah das Gericht im Training mit GEMA-Repertoire in den USA sowie in dessen Speicherung und Wiedergabe in Europa eine Urheberrechtsverletzung. Nach Presseberichten will Suno auch hier in die nächste Instanz.
Was heißt das für Sie? Drei Dinge.
Lesen Sie die Lizenz Ihrer Stufe, nicht die Werbung auf der Startseite. Bei den meisten Diensten ist die Gratisstufe nur privat.
Bewahren Sie den Nachweis auf. Rechnung, Lizenzdatei oder Track-Kennung helfen Ihnen, wenn ein Urheberrechtsanspruch gegen Ihr Video eingeht.
Und lassen Sie die KI keine bekannten Songs nachbauen. In den Verfahren geht es genau um geschützte Musikwerke und Liedtexte.
Was aus der Liste geflogen ist
MuseNet von OpenAI war ein Forschungsprojekt von 2019. Die Projektseite steht noch, eine funktionierende Demo ist dort nicht verlinkt.
Audoir unterstützt seine Musik-Apps laut eigener Startseite nicht mehr.
Boomy: Die Seite ist erreichbar, Preise und Lizenz konnten wir diesmal aber nicht zuverlässig prüfen. Deshalb fehlt Boomy in dieser Fassung.
Riffusion heißt heute Flow Music und steht oben bei Google.
Und jetzt?
Für uns ist KI in der Musik ein Werkzeug. Mal Skizzenblock, mal schnelle Lösung für das Video, das heute Abend online gehen soll. Probieren Sie zwei, drei Dienste aus, vergleichen Sie, und schauen Sie sich vor dem ersten Upload die Lizenz an.
Welches Werkzeug nutzen Sie, und wofür? Schreiben Sie es gern in die Kommentare. Wir schauen uns die Liste wieder an, wenn sich etwas Größeres tut.
Stand aller Angaben: 15. Oktober 2026. Preise und Bedingungen ändern sich oft; maßgeblich ist immer die Seite des Anbieters. Die rechtlichen Hinweise dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechtsberatung.



